Leitfaden für ausländische Bewerber am Universitätsklinikum Jena

 

  1. Allgemeine Hinweise
  2. Beschäftigung von Bürgern aus den neuen EU-Beitrittsstaaten
  3. Beschäftigung von Nicht-EU-Bürgern
  4. Zusätzliche Anforderungen an ausländische Ärzte
  5. Einreise und Aufenthalt von Forschern aus Nicht-EU-Staaten
  6. Weiterführende Links

1. Allgemeine Hinweise

Ausländische Staatsbürger benötigen für die Einreise nach Deutschland generell ein Visum (bei beabsichtigter Tätigkeitsaufnahme kein Touristenvisum) sowie eine Aufenthaltserlaubnis für einen längeren Aufenthalt.
Angehörige der EU-Staaten sowie Bürger des Europäischen Wirtschaftsraumes und der Schweiz benötigen zur Einreise kein Visum; bei beabsichtigter Aufenthaltsdauer von mehr als drei Monaten melden sie sich lediglich beim Bürgerservice an.
Für Bürger aus EU-Staaten gilt „Arbeitnehmerfreizügigkeit", d.h., sie benötigen keine spezielle Arbeitserlaubnis. Dies gilt auch für Staatsangehörige aus Malta und Zypern.
Die Arbeitnehmerfreizügigkeit erlaubt es EU-Bürgern, ungeachtet ihres Wohnortes in jedem Mitgliedsstaat unter den gleichen Bedingungen eine Beschäftigung aufnehmen und ausüben zu dürfen wie die Angehörigen dieser Staaten.
Die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt in Deutschland ab dem 1. Mai 2011 auch für die Bürger der acht im Jahre 2004 der EU beigetretenen Staaten aus Mittel- und Osteuropa: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.
Nicht-EU-Bürger (= Drittstaatsangehörige) müssen vor der Einreise bei der deutschen Botschaft im Heimatland ein Visum zu einem bestimmten Aufenthaltszweck beantragen.

2. Beschäftigung von Bürgern aus den neuen EU-Beitrittsstaaten

Die nachfolgenden Hinweise (Übergangsregelungen) gelten vom 1. Mai 2011 an nur noch für Staatsangehörige aus Bulgarien und Rumänien. Die unter 1. genannte Arbeitnehmerfreizügigkeit trifft für diese Bürger nicht uneingeschränkt zu.
Für die Einreise nach Deutschland ist lediglich ein gültiger Pass oder Personalausweis erforderlich. Die Arbeitsgenehmigung-EU ist vor Aufnahme der Beschäftigung einzuholen, wobei die erstmalige Erteilung als befristete Arbeitserlaubnis-EU erfolgt.
In Ausnahmefällen können Neu-Unionsbürger in Deutschland arbeitsgenehmigungsfrei tätig werden. Dazu gehört u. a. die Ausübung von Tätigkeiten in Wissenschaft, Forschung und Lehre.
Die Erteilung einer Arbeitserlaubnis-EU setzt voraus, dass ein konkretes Arbeitsplatz-Angebot vorliegt und kein bevorrechtigter Arbeitnehmer für die konkrete Beschäftigung zur Verfügung steht (bevorrechtigt sind deutsche Staatsbürger, EU-Bürger, Bürger aus EWR-Staaten und Bürger aus der Schweiz sowie Drittstaatsangehörige mit unbeschränktem Arbeitsmarkt-Zugang in Deutschland).

3. Beschäftigung von Nicht-EU-Bürgern

Drittstaatsangehörige fallen in den Anwendungsbereich des Aufenthaltsgesetzes. Der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt bestimmt sich nach den Regelungen dieses Gesetzes sowie der dazu erlassenen Beschäftigungsverordnung und der Beschäftigungsverfahrensordnung.
Die örtliche Ausländerbehörde kann einem Ausländer einen Aufenthaltstitel zur Ausübung einer Beschäftigung erteilen, wenn die Bundesagentur für Arbeit nach § 39 AufenthG zugestimmt hat. Die Beschäftigungserlaubnis wird in den Aufenthaltstitel aufgenommen. Dementsprechend dürfen Ausländer eine Beschäftigung nur ausüben, wenn der Aufenthaltstitel es erlaubt.
Für die Erteilung einer Arbeitserlaubnis-EU gilt ebenfalls für Drittstaatsangehörige die Vorrangprüfung durch die Agentur für Arbeit, ob für einen bestimmten Arbeitsplatz bevorrechtigte Bewerber zur Verfügung stehen (siehe unter 2.).

4. Zusätzliche Anforderungen an ausländische Ärzte

Ärzte aus den EU-Staaten haben grundsätzlich den gleichen Zugang zur Ausübung des ärztlichen Berufes wie deutsche Ärzte. Sie benötigen eine Approbation als Arzt, jedoch keinen Aufenthaltstitel und keine Arbeitserlaubnis.

Ärzte aus den neuen EU-Beitrittsstaaten (Bulgarien und Rumänien) haben derzeit noch keinen uneingeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Für eine abhängige Beschäftigung benötigen sie - wie Ärzte aus den Drittstaaten - einen Aufenthaltstitel, der die Erwerbstätigkeit erlaubt.
Die unter 3. bereits erwähnte sog. Vorrangprüfung durch die Agentur für Arbeit gilt ebenfalls für diese Ärzte.
Die Erteilung der Approbation bzw. der Berufserlaubnis als Arzt ist beim Thüringer Landesverwaltungsamt zu beantragen.
Die Approbation (Berechtigung zur zeitlich und fachlich uneingeschränkten Ausübung der Heilkunde) kann Angehörigen aus Nicht-EU-Staaten nur in besonderen Fällen erteilt werden, beispielsweise aus Gründen des öffentlichen Gesundheitsinteresses.
Eine entscheidende Voraussetzung ist die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes mit der bundesdeutschen Ausbildung. Eine ärztliche Ausbildung in den ehemaligen GUS-Staaten gilt nicht als gleichwertig, so dass diese Ärzte zur Erteilung der Approbation eine Kenntnisstandsprüfung ablegen müssen.
Eine Berufserlaubnis kann zur vorübergehenden Ausübung der ärztlichen Tätigkeit erteilt werden. Ein öffentliches Gesundheitsinteresse liegt vor, wenn eine freie Planstelle über einen längeren Zeitraum trotz bundesweiter Ausschreibung nicht mit deutschen oder anderen bevorrechtigten Bewerbern besetzt werden konnte.
Für die Erteilung der Berufserlaubnis muss die Ausbildung nicht gleichwertig mit einer bundesdeutschen Ausbildung sein; es genügt eine abgeschlossene ärztliche Ausbildung.

Dem Antrag auf Erteilung der Approbation/Berufserlaubnis sind folgende Unterlagen beim Thüringer Landesverwaltungsamtes einzureichen: 

  • Lebenslauf (eigenhändig unterschrieben)
  • Sprachnachweis (EU-Standard Stufe B2)
  • Geburts- bzw. Heiratsurkunde / Nachweis bei Namensänderung
  • Staatsbürgerschaftsnachweis / Passkopie
  • Ärztliche Bescheinigung (Formblatt des LVwA)
  • Führungszeugnis (nicht älter als 1 Monat)
  • Erklärung, dass kein gerichtliches Strafverfahren, staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren oder Berufsgerichtsverfahren anhängig ist
  • Erklärung, dass in keinem anderen Bundesland ein Antrag auf Erteilung einer Berufserlaubnis bzw. Approbation gestellt wurde
  • Nachweis des abgeschlossenen Studiums
  • Studiennachweis über ein mindestens 6-jähriges Studium im Umfang von mind. 5.500 Stunden (für EU-Bürger)
  • Ggf. Nachweis des Facharzt-Abschlusses
  • Promotionsurkunde bzw. Berechtigung zur Führung des erworbenen akademischen Grades
  • Zeugnisse der bisherigen beruflichen Tätigkeiten (ggf. Arbeitsbuch)
  • Konformitätsbescheinigung (für EU-Bürger)
  • Stipendiumsnachweis / Bescheinigung des zuständigen Ministeriums im Heimatland, dass eine Weiterbildung in Deutschland gewünscht ist
  • Kopie der in einem anderen Bundesland bereits erteilten Erlaubnis nach § 10 BÄO
  • Von Antragstellern aus Ländern, die unter dem Gesichtpunkt der medizinischen Versorgung als Entwicklungsländer zu beurteilen sind, ist außerdem eine Erklärung der obersten Gesundheitsbehörde des Heimatlandes vorzulegen, dass die ärztliche Weiterbildung in der Bundesrepublik Deutschland im Interesse des betreffenden Staates gewünscht wird.

Die genannten Unterlagen sind im Original oder in beglaubigter Kopie (beglaubigt z.B. durch Notar, Stadtverwaltung, Landratsamt) in Originalsprache und in deutscher Übersetzung vorzulegen.
Die deutschen Übersetzungen sind von einem in Deutschland öffentlich bestellten und vereidigten Übersetzer anzufertigen.

5. Einreise und Aufenthalt von Forschern aus Nicht-EU-Staaten

Das Universitätsklinikum Jena ist vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Forschungseinrichtung anerkannt und damit in die Lage versetzt worden, Aufnahmevereinbarungen mit Forschern aus Nicht-EU-Staaten gemäß EU-Forscherrichtlinie abzuschließen zu können.
Hat ein Forscher mit dem UKJ eine Aufnahmevereinbarung abgeschlossenen, kann er unter Vorlage dieser Vereinbarung bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung ein Visum für Forscher oder bei der zuständigen Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis - nach § 20 Aufenthaltsgesetz - zum Zweck der Forschung beantragen.
Es handelt sich dabei um ein beschleunigtes Verfahren, weil eine Arbeitsmarktprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit nicht stattfindet.

Weitere Informationen (z.B. zu den Voraussetzungen für den Abschluss und zum Inhalt einer Aufnahmevereinbarung, sind unter www.bamf.de/forschungsaufenthalte abrufbar.

6. Weiterführende Links

Ausländerbehörde Jena
Richard-Sorge-Straße 4
07747 Jena
Tel. 03641493761
Fax 03641493769
e-mail:

Agentur für Arbeit
Stadtrodaer Straße 1
07747 Jena
Tel. 03641 493764
e-mail:

Bürgerservice
Löbdergraben 12
07743 Jena
Tel. 03641 493700

Thüringer Landesverwaltungsamt
Referat 560
Weimarplatz 4
99423 Weimar
Tel. 0361 37900
Fax 0361 37377190
e-mail: (für Ärzte aus EU-Staaten)
           (für Ärzte aus Nicht-EU-Staaten)

 

Welcome Center Thuringia

Thüringer Agentur Für Fachkräftegewinnung (ThAFF)
Willy-Brandt-Platz 1
99084 Erfurt
Tel. 0361 5603-620
Tel. 0361 5603-622
E-Mail:

 

 

Stand: 24.09.2013






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Universitätsklinikum Jena
Bachstraße 18
07743  Jena 

Tel.: +49 3641 9-300
E-Mail: 
Web: www.uniklinikum-jena.de

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